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Nachricht aus Down Under März 13, 2006

Posted by lurchi in Australien, Unterwegs.
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Nachdem ich mittlerweile seit mehr als zwei Wochen aus Aachen weg bin und seit gut einer Woche in Australien, kommt an dieser Stelle meiner erster Bericht aus meiner neuen Heimat. Da sich seitdem doch einiges ereignet hat, und ich zwischendurch nicht zum schreiben gekommen bin, ist dieser etwas länger. In Zukunft werde ich dann hoffentlich etwas häufiger und dafür kürzer schreiben.

Am Sonntag, den 26. bin ich erstmal in Richtung Verden aufgebrochen, um meiner Mutter zum Geburtstag zu gratulieren. Am Dienstag nachmittag ging es dann zum Flughafen Hannover, wo ich mit einem gut 20kg schweren Rucksack plus knapp 10kg Handgepäck eingecheckt habe (glücklicherweise haben die das am Flughafen nicht so genau mit dem Gewicht genommen). Mein erster Flugabschnitt führte hat mich nach London Gatwick, wo das Wetter schonmal erheblich freundlicher aussah, als noch in Hannover. Mit dem Bus (National Express) ging es weiter nach Heathrow, wo ich mich am Britischen Volksport Schlangestehen beteiligen durfte. Um 22 Uhr GMT hat die 747-400 in London abgehoben, um ungefähr 15 Stunden später in Singapur zu landen. Nach Anderthalb Stunden Aufenthalt ging es dann mit einem Airbus 330 bis nach Perth, wo ich um 01:10 Ortszeit mit geringer Verspätung den Flieger verlassen durfte.

Dort angekommen, ging es dann erstmal mit ein paar Problemen los. Leider reagierte beim Backpacker Hostel, in dem für mich ein Schlafplatz reserviert war, niemand auf meine Anrufe („Free Pickup at Airport“). Glücklicherweise war mit dem gleichen Flieger eine Medizinstudentin aus Erlangen angekommen, die ebenfalls auf der Suche nach einer Unterkunft in Perth und einer Möglichkeit, in die Innenstadt zu kommen, war, also haben wir uns dann erstmal zusammen ein Taxi in die Innenstadt genommen.

Im Backpacker angekommen, setzte sich dann die Geschichte dem ersten Eindruck entsprechend fort. Im Büro war zu diesem Zeitpunkt niemand anzutreffen, so dass wir (also Margarete, die Medizinstudentin, und ich) dann erst eine gute halbe Stunde später einchecken konnten. Bei den Betten ging es dann weiter, die Matratzen waren so durchgelegen, dass man wahrscheinlich hätte durchgucken können, und außerdem quietschten die Etagenbetten jedesmal, wenn sich jemand umgedreht hat. Die restlichen Bewohner waren zwar durchgängig nett, teilten aber anscheinend alle die gleiche Vorstellung von Ordnung – nämlich tendenziell gar keine, was sich unter anderem durch einen größtenteil mit Klamotten bedeckten Fußboden im Schlafraum bemerkbar machte.

Am Donnerstag Morgen war dann um 7 Uhr die Nacht zu Ende (ok, ich geb ‘s ja zu, mein Handy war noch auf MEZ eingestellt …), und wir haben uns dann zu zweit aufgemacht, um Perth anzugucken. Das Wetter in Perth ist übrigens recht angenehm, tagsüber knapp 30 Grad, wobei sich diese aufgrund des leichten Windes, der fast durchgängig von der Küste rüberweht (der Fremantle Doctor), und aufgrund der vielen Bäume, die es auch in der Innenstadt gibt, recht gut ertragen lassen.

Alt und neu Auch ansonsten muss man sagen, dass Perth eine sehr angenehme Stadt ist. Im zentralen Innenstadtbereich kann man kostenlos mit dem Bus fahren, und es gibt drei Buslinien, die in diesem Bereich ihre Rundtouren drehen (die sogenannten CATs, Central Area Transports). Die Bebauung ist eine interessante Mischung aus modernen Bauten, insbesondere den Hochhäusern im Bankenbezirk (Frankfurt lässt grüßen), und immer wieder älteren Bauten, die aus dem 19. Jahrhundert stammen (Perth wurde 1829 gegründet). Die Bewohner (wie anscheinend alle Australier) sind extrem nett und immer hilfsbereit, und die Stadt als solche macht einen extrem geplegten Eindruck. Abgeschlossen haben wir den Tag dann in einem Sushi-Restaurant, was zum einen extrem lecker war, zum anderen auch noch recht preiswert (bei mir inklusive Getränk ungefähr 18A$, also rund 12€).

Nach einer weiteren Nacht im Backpacker des Grauens haben wir dann beschlossen, dass es dort unsere letzte Nacht war, und sind gemeinsam ins 20km entfernte Fremantle, dem Hafen-Vorort von Perth, aufgebrochen. Nachdem das erste Hostel ausgebucht war, was am anstehenden langen Wochenende lag (der erste Montag im März ist Labour Day in WA – Western Australia), sind wir weitergezogen, und haben dann im Pirates eine Unterkunft gefunden, die mehr oder weniger das Gegenteil unserer ersten Unterkunft darstellte, in jeglicher Hinsicht ordentlich und sauber, so dass man sich dort wohlfühlen konnte.

Fremantle Fremantle (oder Freo) hat vom ersten Eindruck wenig mit Perth gemeinsam, die alten Häuser dominieren dass Straßenbild, überall finden sich alte Backsteinbauten oder Häuser, deren umlaufende hölzerne Balkone die Bürgersteige überdachen. Besonders nett ist die alte Markthalle, in denen man alles möglich kaufen kann, Obst, Gemüse, warmes und kaltes Essen in allen Geschmacksrichtungen, verschiedenster Kleinkram, und natürlich nicht zu vergessen, die Market Bar, in der man im stündlichen Wechsel Livemusik geboten bekommt.

Danach stand uns dann ein langes Wochenende bevor. Margarete hatte bis zu ihrem Weiterflug von Perth am Donnerstag eine Rundreise durch den Südwesten geplant, und netterweise zeigte sich Professor Nordholm vom WATRI sehr entgegenkommend, so dass mir mein erster Arbeitstag erst am Donnerstag bevorstand.Margaret River Also haben wir die Gelegenheit genutzt, uns in Fremantle ein Auto gemietet und Samstag Mittag Richtung Süden aufgebrochen. Unser erstes Ziel war die Ngilgi Cave im Norden der sogenannten Cave Route, die sich entlang der Küste vom Kap Naturaliste bis Augusta/Kap Leeuwin erstreckt. Anschließend war noch eine kurze Tour durch die umliegenden Wälder angesagt sowie ein kurzes Stück Autofahrt bis Margaret River – um 7 Uhr wird es dunkel, und um 8 kann man nur noch mit Beleuchtung was erkennen.

Am Sonntag ging es dann mit mit den Wäldern entlang des Margaret River weiter, wo wir schonmal einen Vorgeschmack auf das, was zum die nächsten Tage erwarten sollte, bekommen haben. Für diesen Tag hatten wir uns nur noch ein relativ kurzes Stück Fahrt vorgenommen, genaugenommen bis Kap LeeuwinKap Leeuwin. Dort findet sich zum einen ein Leuchtturm, der seit 1895 den Schiffen den Weg weist, zum anderen treffen hier der Indische Ozean und das Südpolarmeer aufeinander (zumindest auf australischen Karten). Danach ging es dann nur noch wieder ein kurzes Stück Richtung Norden, bis Augusta.

Am nächsten Tag war, nach einem kurzen Abstecher zum Strand, wieder eine etwas längere Fahrt angesagt, die erstmal bis nach Pemberton führte. Allein die Fahrt dorthin war absolut beeindruckend, auf einer Straße, die sich umgeben von riesigen Bäumen durch eine Hügellandschaft schlängelt. Im Gloucester National Park ging es für mich dann erstmal 153 Stufen bis in eine Höhe von 60 Meter auf den Gloucester Tree. Zum (etwas verspäteten) Mittagessen gab es dann erstmal Ravioli und Spaghetti aus der Dose sowie Möhren, die wir in Pemberton in einem für eine Stadt mit 950 Einwohnern erstaunlich gut sortierten Supermarkt erstanden hatten. Den Aufstieg auf den Dave Evans Bicentennial Tree im benachbarten Warren National Park hab ich mir dann erspart, dies wären dann noch mal 10 Meter mehr gewesen. Abschließend ging es dann nur noch etwas weiter Richtung Osten, um unserem Ziel für den nächsten Tag etwas näher zu kommen.

Tree Top WalkDas Tal der Riesen stand für Dienstag auf dem Plan, genaugenommen der Tree Top Walk und das Ancient Empire. Bei ersterem bietet sich die Gelegenheit, auf einer Strecke von 600 Metern auf der Höhe der Baumwipfel einmal die Bäume und den WaldRed Tingle aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten. Dem Erdboden wieder etwas näher, aber – da muss man Bill Bryson absolut recht geben – auf jeden Fall nicht weniger beeindruckend ist der Ancient Empire boardwalk, wann hat man sonst schon mal die Gelegenheit, Bäume zu sehen, in deren teilweise hohle Stämme man sich ohne Probleme reinstellen kann.

Greens PoolNach diesen Eindrücken stand ein nicht minder sehenswertes Ziel auf dem Programm, der Nahe Denmark gelegene Greens Pool und die Elephant Rocks. Der Greens Pool ist eine ungefähr 2 Meter tiefe Bucht, die ringsum von Granitblöcken umgeben ist, so dass sich eine wunderbare Gelegenheit zum Schwimmen ergibt, die wir wie etliche andere auch genutzt haben. Zwar ist das Wasser dort schon um etliches kälter als z.B. in Perth, was 3 Breitengrade weiter südlich nicht verwunderlich ist, aber aushalten läßt es sich auf jeden Fall.

Mittwoch stand dann leider schon wieder die Rückreise an. Kurz nach Sonnenaufgang haben wir den Campingplatz am Shelley Beach verlassen, um die gut 400 Kilometer lange Rückreise Richtung Perth über Albany anzutreten. Hier zeigte sich dann, welchen Einfluß sowohl die Küstennähe als auch die Wälder auf die Temperatur und das Klima haben. Während wir die vorherigen Tage den Schatten riesiger Bäume genießen durften, wird der Albany Highway nur von recht wenigen Bäumen, die selten höher als 10 Meter sind. Nichtsdestotrotz haben wir auch diese Strecke bewältigt, um nach insgesamt 1370 Kilometer Rundreise wieder in Freo und, nach kurzer Bahnfahrt, in Perth anzukommen.

Nebenbei bemerkt, die Straßen zumindest im Südwesten sind sehr gut ausgebaut, mit Ausnahme einiger Zufahrtswege zu Nationalparks durchgängig asphaltiert, und häufig mit einer weiteren Spur zum Überholen ausgestattet. Wenn man dann noch die Verkehrsdichte in Betracht zieht, hat man ein Straßennetz, auf dem sich auch längere Strecken problemlos und ohne Anstrengung bewältigen lassen.

In Perth angekommen war mal wieder Hostel angesagt, diesmal jedoch im Oneworld Backpackers. In dessen Lounge sitze ich momentan und schreibe diese Zeilen, woraus sich schließen läßt, das es mir hier wohl gefällt, genaugenommen sogar sehr gut. Es liegt, wie die meisten Backpacker hier, im Suburb Northbridge in Zentrumsnähe und ist ungefähr 7 Kilometer von Crawley, wo sich die UWA – University of Western Australia – befindet entfernt, es fahren aber regelmäßig Busse, so dass ich in einer knappen halben Stunde inklusive Fußmarsch beim WATRI bin.

Für Margarete war dann am Donnerstag der Weiterflug nach Alice Springs angesagt, für mich jedoch der erste Arbeitstag im WATRI. Am Nachmittag hab’ ich von Professor Nordholm eine Einführung in mein Arbeitgebiet für die nächsten paar Monate erhalten, sowie dann von Anders Johansson eine detailiertere Darstellung meiner Aufgaben. Da ich mittlerweile doch schon ziemlich viel geschrieben habe, und auch erst zwei Arbeitstage hinter mir habe, verzichte ich an dieser Stelle auf Details und komm’ bei anderer Gelegenheit darauf zurück.

Ansonsten bin ich momentan noch auf der Suche nach einer Wohnung, hab mir aber mittlerweile etliche Angebote aus der Datenbank beim Housing Officer der UWA rausgesucht, und bin optimistisch, demnächst was dauerhaftes zu finden.

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Kommentare»

1. elvizz - März 15, 2006

Grüße auf die andere Seite der Welt :)
Irgendwie werde ich grade neidisch auf dich… ich will auch nach Australien. Sonne, tolle Landschaften, Strand, Schwimmen – toll!

Wünsche dir noch viel Spaß dort unten… und schreib fleißig weiter. Bisher fand ich es sehr interessant!

Grüße,
Marco

PS: Erster :D
PPS: Warum verfluchst du deine Leser mit dem Titel deines Blogs? ;)

2. bofrost2006215135759 - Mai 21, 2006

Huhu!

Lebst Du noch?

Sollen wir Dir die Fortschritte Deiner Banane in ein Blog stellen, dass Du das besser verfolgen kannst?

Grüße

Ingo


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